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11.3.2010: MAZ
Experte rät zur Wiedervernässung der Flächen
REGION TELTOW - Die Rieselfelder bei Stahnsdorf und Teltow könnten durch Einleitung gereinigten Wassers aus dem Stahnsdorfer Klärwerk wieder aktiviert werden. Wie Gunnar Lischeid, Professor am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, jüngst vor Abgeordneten der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Der Teltow“ ausführte, wäre er bereit, die Rieselfelder in ein wissenschaftliches Projekt aufzunehmen. Dabei soll geprüft werden, ob im Boden organische Schadstoffe abgebaut werden. „Das Genehmigungsverfahren für ein solches Projekt ist langwierig und 2010 nicht mehr zu schultern“, so Lischeid. Dennoch sei es sinnvoll, das Vorhaben zeitnah anzugehen.
Hintergrund sind Forschungsergebnisse, nach denen der Grundwasserspiegel in der Region kontinuierlich absinkt. „Wir erwarten in der Zukunft einen starken Rückgang von Niederschlägen und höhere Temperaturen im Sommer“, so Lischeid. Kleinere Tümpel und Seen würde völlig verschwinden. Deshalb sei es angezeigt, Wasser in der Region zu halten.
Das Problem bei der Wiedervernässung der stillgelegten Rieselfelder sei deren Belastung mit Schadstoffen. Lischeid räumte ein, dass unter Experten „große Unsicherheit“ herrsche, ob zum Beispiel Schwermetalle dann ins Grundwasser gelangen. Das großangelegte Projekt, in das Berlin und Brandenburg rund fünf Millionen Euro investieren, soll offene Fragen klären. „Die Rieselfelder bieten sich für die Forschung an, weil sie stark kontaminiert sind und derzeit nicht genutzt werden.“
Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) lobte den Ansatz des Wissenschaftlers. „Es gibt Begehrlichkeiten der Berliner Stadtgüter, auf den Rieselfeldern Windräder zu errichten. Wir sollten uns deshalb in dieser Frage klar positionieren. In dieselbe Kerbe schlägt die SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein. „Die Option der Reaktivierung der Rieselfelder muss offen bleiben.“ Wicklein erinnerte daran, dass die Rieselfelder unter Schutz gestellt wurden, um als Landschaftsraum erhalten zu bleiben.
Auf der kommenden Sitzung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft soll ein ähnliches Projekt vorgestellt werden. In Hobrechtsfelde im Barnim werden die Rieselfelder seit einigen Jahren wieder bewässert. Auch dort wird gereinigtes Schmutzwasser verwendet. „Die Situation in Hobrechtsfelde ist vergleichbar“, so Lischeid. Es komme jetzt darauf an, etwas für die Region Teltow zu tun.
sti
MAZ, 11.3.2010